Sprachförderung

 

 

 

 

Der Arbeitskreis Sprache (-hilfe) ist nun im Willkommenskreis für Flüchtlinge seit gut einem Jahr aktiv.

Da die Stadt Weil am Rhein Anfang 2015 noch ausschließlich Menschen für die Anschlussunterbringung zugewiesen bekam, stellten wir für diese Menschen zuerst offen zugängliche Sprachförderangebote, verteilt über das Stadtgebiet, auf. Da viele dieser Menschen aber schon bald in diverse Maßnahmen integriert waren (Schulen, Praktika, etc.), versuchten wir unser Tun besser darauf abzustimmen. Von diesen Angeboten besteht noch eine offene Gruppe im Stadtteil Otterbach im dortigen kath. Kindergarten (immer Mittwoch, 18.30 - 20.00 Uhr).

Mit Bezug der NU in Haltingen (Ende Dez. 2015) konnten wir für die dortigen Bewohner schon ab Ende Januar diesen Jahres 3 Kurse (2 Männerkurse und 2 Frauenkurs, alle je 2 x wöchentlich) etablieren.

Hier ein kurzer Bericht einer der Helferinnen:


Ein trüber,  nasskalter Tag.  „Wundabaa“ antwortet da  mit weicher Aussprache und sehr fröhlich einer unserer schwarzafrikanischen Sprachkursteilnehmer auf die übliche Eingangsfrage „wie geht es dir?“ – und schon scheint ein wenig die Sonne!

Genau hiermit machen wir jetzt auch weiter, nämlich mit dem deutschen Wetter: „ es regnet, es schneit, die Sonne scheint…“

Sehr gut organisiert und mit Material ausgestattet von der Vorbereitungsgruppe um Sigrid Fuchs unterrichten wir in je einem Team von bis zu fünf Freiwilligen „unsere“ Flüchtlinge aus Afrika und dem Nahen Osten. Anhand eines zweisprachigen Arbeitsheftes (englisch/deutsch oder arabisch/deutsch) lernen die Asylbewerber Grundkenntnisse der deutschen Sprache und Kultur bezogen auf für sie relevante Alltagssituationen wie Einkaufen, Arztbesuch etc.

Wir erleben die „Schüler/innen“ als sehr aufgeschlossen und lernwillig. Uns als „Lehrenden“ machen die Begegnungen mit den Geflüchteten und auch untereinander im Team viel Freude. Oder – wie neulich im Vorwort des Magazins ChrisCare (01/2016) zu lesen war: „Die Ehre des Ehrenamtes liegt nicht im Lob, sondern darin, dass man gerne mitmacht, ohne entlohnt zu werden ….Das Amt im Ehrenamt deutet darauf hin, dass man nicht nur irgendetwas tut, sondern verantwortlich und mit einer gewissen Professionalität zum Gelingen eines Projekts beiträgt.“

Friederike Achenbach


Da die VHS Weil am Rhein Anfang April die Möglichkeit sah, 3 neue Kurse anzubieten, fanden alle Teilnehmer der beiden Männerkurse und einige Frauen aus der NU dort Platz. Damit werden wieder ehrenamtliche Ressourcen frei und dies ist gut so - denn ab Ende April wird eine weitere Gemeinschaftsunterkunft in Altweil dazu kommen. Der Frauenkurs läuft dazu weiter 2 x wöchentlich.

Seit die Gemeinschaftsunterkunft in der Danziger Straße (Weil Mitte) Mitte März eröffnet wurde, fanden sich auch hier aktive Sprachhelfer-Teams und so laufen dort zur Zeit 4 Kurstermine wöchentlich.


Neben all diesen Angeboten für erwachsene Asylsuchende engagiert sich der Arbeitskreis Sprache auch in vielen Schulen der Stadt. Hier gibt es Unterstützung bei den Hausaufgaben, individuelle Leseförderung parallel zum Unterricht, Unterstützung der Lehrkräfte der internationalen Sprachklassen und/oder der extra eingerichteten Klassen für die Kinder der asylsuchenden Familien usw. Viele Menschen tragen hier ihren Teil zur Integration ganz praktisch und oft ganz individuell und „einzigartig“ bei.


Jeder kann sich nach seinen Fähigkeiten und Kenntnissen und nach seinen eigenen freien Zeitressourcen einbringen.


Und es ist wunderbar, wie viel hier geleistet wird!


Die Liste der Helfer ist lang aber auch die Liste der hilfesuchenden Menschen. Integration ist das Zauberwort und Sprache ist einer der Schlüssel dazu.


Bei Interesse und Fragen bitte melden:

Sigrid Fuchs


Kostenloses Lehr- und Lernheft zum Sprachenerwerb, bereitgestellt von der Flüchtlingshilfe München:

http://fluechtlingshilfe-muenchen.de/?p=550


aus openclipart, Shinnoske